Das Westend und der NS
Wie in keinem anderen Frankfurter Stadtteil trafen im Westend Täter und Opfer des Nationalsozialismus aufeinander. Einerseits lag der Anteil der jüdischen Bevölkerung hier bei etwa 20 Prozent und gleich zwei große Synagogen standen in Laufweite voneinander entfernt, andererseits wurde etwa der Grüneburgpark unter Zwang in den Besitz der Stadt gebracht, im Westend begannen die Frankfurter Deportationen und mit der I. G. Farben hatte dort eine Firma ihren Unternehmenssitz, die sich im höchsten Maße an den nationalsozialistischen Verbrechen beteiligte. Nach dem Kriegsende verwalteten die US-Amerikaner von dort ihre Besatzung und in der Feldbergstraße wohnte der Hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der den Frankfurter Auschwitzprozess anstieß.
Das Westend bietet damit die Möglichkeit, sowohl über den Nationalsozialismus wie auch seine Nachgeschichte zu sprechen. Im Gegensatz zur Innenstadt ist es bei den Luftangriffen außerdem kaum getroffen worden. Die meisten Schauplätze sind damit im Originalzustand erhalten und bieten authentische Einblicke.
Diese Führung richtet sich besonders auch an Schulklassen und Geschichtskurse.