Die verhinderte Hauptstadt - Frankfurt und die Demokratie

Immer wieder wirkte es wahrscheinlich, dass Frankfurt zur deutschen Hauptstadt
werden würde. Jedenfalls haben sich in Frankfurt zentrale Ereignisse deutscher
Politik abgespielt: Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert wurden im Kaiserdom die deutschen Herrscher gewählt und gekrönt. Im Palais Thurn und Taxis beriet der
Fürstentag des Deutschen Bundes. Die Paulskirche bildete wiederum den
Kristallisationspunkt der deutschen Revolution von 1848/49. Schon diese sah
Frankfurt als Hauptstadt vor. Nach dem Zweiten Weltkrieg scheiterte die Stadt nur
knapp im Wettbewerb um die Bundeshauptstadt.
 
Obwohl nie Hauptstadt, spielten sich in Frankfurt damit zentrale Stationen der
deutschen Geschichte ab. An ihnen lassen sich auch die zentralen Dualismen
nachvollziehen, aus denen die heutige Bundesrepublik hervorgegangen ist:
Kleinstaaterei vs. Nationalstaat, Autoritarismus vs. Demokratie, Westintegration vs.
östliche Blockbildung. Anhand der beiden Leitfragen, warum Frankfurt fast zur
deutschen Hauptstadt wurde und es nie geklappt hat, lässt sich damit eine politische Geschichte ganz Deutschlands erzählen. Durch die realen Frankfurter Schauplätze wird diese Geschichte anschaulich.

Diese Führung richtet sich besonders auch an Schulklassen und Geschichtskurse im Zuge des Lehrplans und eignet sich gut als Ergänzung zur Unterrichtsgestaltung.